Der Pausenraum – Mikrokosmos mit Mikrowelle

Gleich geht`s ins Wochenende. Alles was bis jetzt noch nicht erledigt wurde, kann (hoffentlich) bis Montag warten. Wir alle sollten die Chance bekommen uns eine Weile vom Arbeitsstress zurückziehen zu können. Damit wir das nicht nur im Feierabend und am Wochenende tun können, gibt es fast in jedem Unternehmen einen Pausenraum für die Angestellten.

Jeder kennt sie, und die meisten von uns sind vermutlich dankbar, dass es Pausenräume gibt.

Doch wurde schon mal über sie berichtet? Gab es schon mal einen Text, der die Pausenräume aus ihrer geheimen Existenz herausführte und ins Rampenlicht stellte? Wir fürchten die Antwort lautet „Nein!“. Das ist äußerst schade und deshalb bekommen die Pausenräume dieser Welt heute das, was sie verdienen: Die volle Aufmerksamkeit, als Hauptthema hier im poachee-Feierabend“, dem Freitags-Blog.

Unser Pausenraum letzten Sommer 😉

Pausenraum poachee Halle am Wasser

Die meisten Firmen sind sehr bedacht auf ihr Image. Es gibt Leitfäden, die jeder Mitarbeiter zu beachten hat, um dafür zu sorgen, dass das Unternehmen dem Betrachter, ein einheitliches, ordentliches Bild bietet.

Es gibt Firmen, in denen es den Angestellten nicht gestattet ist irgendetwas an die Wand hängen, und sei es nur ein schlichter Kalender. Jeglicher „Wandschmuck“ muss von den Kollegen aus der „CI“-Abteilung genehmigt werden. Und selbst dort, wo diesbezüglich keine so strengen Regeln herrschen, ist es den Mitarbeitern oft nicht erlaubt, am Schreibtisch zu essen oder gar zu rauchen. Dafür gibt es Pausenräume.

Dort, „Hinter den Kulissen“ sieht meist alles ganz anders aus. Und genau das macht Pausenräume so interessant. Hier ist nicht alles so perfekt, so ordentlich, so vorzeigbar wie in der Lobby, den Meetingräumen oder den meisten Büros im Gebäude.

Im Pausenraum merkt man, dass es in jedem Unternehmen „menschelt“ ganz egal, wie steril und akkurat es in allen anderen Räumen der Firma zugeht. Die Pinnwand ist übersäht mit Postkartengrüßen aus dem Urlaub, mit „Langlaufskiausrüstung zu verschenken“- oder „Babysitter gesucht“-Aushängen.

Auf den Schränken kleben die Fußballstars der letzten WM und zeugen davon, dass hier – statt gesundem Obstsalat- das eine oder andere Hanuta zu viel gegessen wurde. Sie ringen vergeblich mit den ausgedruckten Büro-Kalauern von anno dazumal um Aufmerksamkeit. Allesamt sind sie von der Sonne schon vergilbt und werden nur noch von neuen Kollegen wahrgenommen, die die Teeküche zum ersten Mal betreten. Schon bald lernt man sie zu ignorieren. Nur entfernen wird sie niemand.

Ignorieren statt anpacken scheint ohnehin so etwas wie das Motto aller Pausenräume zu sein.

  • Kaffeemaschine defekt? Erfolgreich ignoriert!
  • Filtertüten vergriffen? Erfolgreich ignoriert!
  • Zuckerdose umgekippt? Erfolgreich ignoriert!
  • Spülmaschine durchgelaufen, aber nicht ausgeräumt? Geschirr einfach daneben gestellt!
  • Zettelchen, die darauf hinweisen all die Missstände in puncto Ordnung und Sauberkeit nicht zu ignorieren? Erfolgreich ignoriert!

Hier treten reihenweise positive und negative Eigenschaften der Kollegen hervor. Es bietet sich die Möglichkeit, Kollegen besser kennen zu lernen, die man sonst (wenn überhaupt) nur kurz in Meetings oder gestresst im Flur trifft. Hier plaudern sie ganz entspannt vom letzten Urlaub, dem Nachwuchs oder von ihren Hobbys. Diese lockere Atmosphäre im Pausenraum ersetzt einige teure Teambuilding-Events mit geschulten Psychologen. So wird ein schlichter Raum zum Segen für das Betriebsklima.

Andererseits wird da, wo viel geredet wird, meist nicht nur Gutes geredet. Auch fiese Gerüchte verbreiten sich in den Pausenräumen, schneller als der Schimmel auf der Nektarine, die auf der Arbeitsfläche liegt und anscheinend keinen Besitzer hat.

Manchmal gibt es was zu feiern, manchmal beschließt eine liebe Kollegin einfach so ihre Mitarbeiter an ihrer Leidenschaft fürs Muffin-Backen teilhaben zu lassen. Jedes Mal kommt Freude auf und die Überraschung gelingt hervorragend.

Was kann einem Pausenraum besseres passieren, als dass er nach Frischgebackenem riecht? Leider passiert das immer noch viel zu selten. Ganz im Gegenteil zu den backenden Kollegen zeichnen sich die Raucher in der Firma durch eine ungeheure Beharrlichkeit aus. Es vergeht kein Tag, an dem der Raum, ganz ohne Rücksicht auf die Nichtraucher, mit dicken Rauchschwaden gefüllt wird.

Selbst wenn die Raucher nicht mehr da wären würde man ihre Spuren noch lange riechen. Gegen den Tabakgestank ankämpfen kann man, indem man mitgebrachte Speisen schnell in der Mikrowelle erhitzt und deren Düfte dem kuriosen Geruchscocktail im Raum hinzufügt.

Wenn das Essen überhaupt noch im Kühlschrank zu finden ist. Denn vielleicht beruht dieser Klassiker der Bürowitze ja auf einer wahren Begebenheit:

 „Irgendjemand ist so freundlich und platziert ständig Essen für mich im Kühlschrank.“

„Ach wirklich?! Und hast du dich nie gefragt, wieso das jemand tun sollte?“

„Nein, aber es scheint ein lustiger Kerl zu sein.“

„Warum?“

„Seit kurzem gibt er den Leckereien sogar Namen und fertigt ihnen kleine Schildchen an. Gestern zum Beispiel hatte ich ein Salamibrot namens „Günther“ und eine Quarkspeise die „Claudia“ hieß.“

Wie steht es um Eure Teeküche bzw. um Euren Pausenraum?

Schickt uns ein repräsentatives Foto. Die Besten veröffentlichen wir auf Facebook und unter den Einsendungen verlosen wir dieses coole Tischfussballspiel für Euren Pausenraum oder den Arbeitsplatz 😉

Tischfussballspiel

Das komplette Spiel inklusive der Spielfiguren ist aus schweren
und somit gut spielbaren Materialien hergestellt. Ein Highlight für alle Spielkinder!

Also immer her mit Euren Vorschlägen per E-Mail an blog@poachee.com mit dem Betreff: poachee, please „Pimp My Pausenraum“. Foto als jpg oder png und kurze Beschreibung reicht.

Viel Spaß und ein schönes Wochenende!

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