poachee.com präsentiert diese Woche: Jobs, die es nicht mehr gibt

Auf poachee.com findet Dich vielleicht bald der Job deiner Zukunft.

Heute jedoch geht die Zeitreise in die andere Richtung. Zurück in die – oft glorifizierte – Vergangenheit. Ob früher als besser war, sei an dieser Stelle dahingestellt. Dass früher vieles anders war, daran besteht kein Zweifel.

Wir präsentieren drei kuriose Jobs, die es längst nicht mehr gibt…

Fernsprechgehilfin (Das „Fräulein vom Amt“)

Fräulein vom Amt

Wer in den ersten Jahrzehnten nach der Erfindung des Telefons zum Telefonhörer griff, der musste (ja konnte) keine Nummer wählen. Er wurde am anderen Ende der Leitung grundsätzlich zunächst von einem Mitarbeiter der Post im Vermittlungsamt begrüßt, der dann das Gespräch manuell mit Steckverbindungen am sogenannten Klappenschrank vermittelte.

Die Bezeichnung „Fräulein vom Amt“, die später so bekannt werden sollte, gab es in der Anfangszeit der Telefone jedoch noch nicht. Es wurden ausschließlich Männer beschäftigt. Die Gründe: Man(n) zweifelte an der Durchsetzungsfähigkeit der Frauen und vermutete, dass das Briefgeheimnis bei ihnen nicht gesichert war.

Später kam es jedoch zu einer radikalen Umkehrung dieser Geschlechterverhältnisse. Die Erkenntnis, dass die höhere Stimmlage der Frauen bei der damaligen Qualität der Übertragungen wesentlich besser zu verstehen war, sorgte dafür, dass fast ausschließlich Frauen eingestellt wurden.

Im 20.Jahrhundert bekamen die Telefone eine Wählscheibe. Display oder Tastatur waren noch Zukunftsträume, aber man konnte ohne Wartezeit und Zwischenschaltung direkt den gewünschten Anschluss anwählen. Es dauerte aber dennoch bis 1966 bis jeder Anschluss in der Bundesrepublik ohne das „Fräulein vom Amt“ funktionierte. 

Der Farrenwärter

Er kümmerte sich um die männlichen Zuchttiere der landwirtschaftlicher Betriebe beispielsweise Bullen, Eber und Ziegenböcke.

Der Wärter war jedoch nicht nur für Unterbringung und Versorgung dieser Tiere zuständig. Er führte sie außerdem mit den weiblichen Artgenossen zusammen und hielt die Ereignisse in einem sogenannten Deckregister fest. Auch dieser Berufsstand starb Anfang der 1960er-Jahre aus. Damals wurde die künstliche Besamung in der Zucht eingeführt.

Wer diesen Beruf schon kurios fand, der wird beim nächsten ausgestorbenen Beruf, den poachee.com präsentiert, kaum aus dem Staunen herauskommen.

Der Buttenmann

Buttenmänner und Buttenfrauen, wurden auch als Abtrittsanbieter bezeichnet. Dieser Name lässt bereits erahnen in welchen Bereich des täglichen Lebens, die Dienstleistung einzuordnen war, die von diesen Leuten angeboten wurde.

An einem Joch trugen diese Leute Eimer mit Deckeln durch die Stadt, die sie gegen Entgelt an alle vermieteten, die „mal mussten“.

Im Mittelalter hatten die Bürger der Städte ihre Notdurft noch ungeniert in den Straßen verrichtet und dadurch die Verbreitung von Seuchen begünstigt. Als dies verboten wurde entstand Ende des 18.Jahrhunderts der Beruf des Abtrittsanbieters.

Diese Dienstleister waren meist maskiert und trugen einen weiten Mantel, mit dem sie die Kunden vor neugierigen Blicken schützen konnten, während diese „ihr Geschäft“ erledigten. Ein fast superheldenhafter Auftritt und eine große Show, verglichen mit den unmaskierten, langweiligen Dixie-Klos, die uns heute oft retten, wenn wir zu weit weg sind vom heimischen Badezimmer.

Mit der Einführung der Kanalisation, Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Europa wieder öffentliche Toiletten mit Wasserspülung (etwas, dass im Römischen Reich übrigens bereits zweitausend Jahre zuvor schon erfunden worden war). Die letzten Abtrittsanbieter wurden in dieser Zeit arbeitslos.

Waren all die Fräuleins, Farrenwärter und „Kloträger“ glücklich in ihren Jobs? Wir wissen es nicht.

Was wir aber sicher wissen: Sie konnten sich nicht einfach am Wochenende zurücklehnen und sich gute Hoffnungen machen, dass ein Recruiter ihr Profil entdeckte und Ihnen den tollen Job anbot, den sie verdient hatten.

Du hingegen kannst genau das tun. Viel Spaß im Wochenende wünscht poachee.com!

Wer mehr über die drei vorgestellten Jobs wissen will, findet Infos hier:

Fräulein vom Amt

Farrenwärter

Buttenmann

One thought on “poachee.com präsentiert diese Woche: Jobs, die es nicht mehr gibt

  1. “Feierabend” – ein guter Titel für Euren Blog! Sehr unterhaltsam zu lesen! Am besten gefällt mir das Dixie-Klo to go… 😉

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