Wenn ich groß bin… (Teil 2)

Vor einigen Wochen gab es hier im Feierabend den ersten Teil der Serie „Traumberufe unserer Kindheit“. Heute nun die Fortsetzung, mit drei Berufen, die allesamt eine gute körperliche Fitness voraussetzen.

Feuerwehrmann

Der kleine Drache Grisu, sprach vielen von uns aus dem Herzen, als er voller Überzeugung im Fernsehprogramm unserer Kindertage mitteilte: „Ich werde Feuerwehrmann!“

Obwohl wir im Gegensatz zu ihm, nicht das Handicap haben versehentlich mit unserem Atem Dinge in Brand zu stecken, sind die meisten von uns heute trotzdem nicht hauptberuflich für die Feuerwehr tätig.

Grisu der kleine Drache

Natürlich sind viele Erwachsenen weiterhin fasziniert von den leuchtend roten, mit Hightech-Equipment ausgestatteten Fahrzeugen, die Geschwindigkeitsbegrenzungen in den Straßen mit dem Einschalten einer Sirene irrelevant machen. Natürlich beineiden wir die „Helden“ aus der Feuerwache um die Anerkennung und Publicity, die Sie für ihre tägliche Arbeit bekommen, egal ob sie Menschenleben retten, oder einfach nur Katzen, die zu hoch hinaus wollten von Bäumen herunterholen.

Batman, Spiderman oder Superman sind immer da wenn „die Guten“ Hilfe brauchen, aber eben nur in der Fiktion.

Die Feuerwehr hilft in der Realität. Ein kurzer Anruf bei einer dreistelligen Nummer genügt und in wenigen Minuten rücken die Helfer an. Kein anderer Beruf kommt näher an die Superhelden der Comics heran. Das versteht jedes Kind.

Die Kehrseite der Medaille hingegen sehen wir erst als Erwachsene: Dass nämlich ein Mindestmaß an körperlicher Fitness nötig ist, für dessen Aufrechterhaltung – ab einem gewissen Alter – einiger Aufwand betrieben werden muss. Dass bei weitem nicht alle Einsätze spannend und interessant sind. Oder dass Wochenend- und Nachtschichten Normalität sind und man sich freiwillig einem oft lebensgefährlichen Umfeld aussetzt. Und da wir im Gegenteil zu Superhelden und Kindern ein Auge auf die finanzielle Komponente der Arbeit werfen, sind viele von uns inzwischen vielleicht froh, dass sie sich den Kindheitstraum nicht erfüllt haben, wie dieser Artikel vermuten lässt.

Tänzerin

Ähnliches gilt auch für den Traumberuf vieler Mädchen. Auch hier sah man als Kind vor allem die jubelnde Menge vor und das Rampenlicht auf der Bühne, die Leichtigkeit der Bewegungen und deren Ausdrucksstärke und die schönen Kostüme.

All dies sind sicher auch tatsächlich Motoren, die die wenigen bis heute antreiben, die diesen Kindheitstraum wirklich zum Beruf gemacht haben.

Viele schieden aber schon als Kinder aus dem „Rennen“ aus, als sie nach den ersten Ballettstunden merkten, dass der Traumberuf auch viel Training, ewige Wiederholungen, körperliche Anstrengungen, Enttäuschungen und einen gnadenlosen Konkurrenzkampf mit sich bringt. Und zudem ist auch hier eine gute Entlohnung eher selten. Mehr dazu in diesem Zeitungsartikel.

Fußballstar

Über mangelnde finanzielle Entlohnung für seine Arbeit kann ein Profifußballer wahrlich nicht klagen in unserem Land. Dennoch ist Geld wohl kaum der Grund, warum Fußballprofi bei vielen Kindern ganz oben auf der Berufswunschliste steht. Auch hier – ähnlich, bzw. noch viel stärker als bei Feuerwehrleuten oder Tänzerinnen ist es der Heldenstatus, den die Spieler bei ihren Fans genießen.

Fans gibt es zahlreiche in unserem Land. Die Verehrung geht sogar soweit, dass wir den jungen Sportlern gigantische „Tempel“ bauen in die dann an den Spieltagen im ganzen Land hunderttausende Verehrer pilgern, um gemeinsam ihre Helden zu feiern. Die „anderen Religionen“ in Deutschland währen froh, wenn nur ein Bruchteil dieser Begeisterung für Ihre Sache in der Bevölkerung vorhanden wäre. Und die treuesten Anhänger, die „strenggläubigsten“ Jünger sind mitunter in Kindergärten und Grundschulen zu finden, wo Sammelbildchen getauscht werden und manch einer eher die Trefferzahlen der Torschützen auswendig lernt, als die Grundregeln der Mathematik.

Der Sport bekommt mehr öffentliches Interesse als Feuerwehreinsätze oder Ballettvorführungen. Und die Tatsache, dass der Deutsche Fussballbund der Mitgliederstärkste Sportverband der Welt ist, spricht Bände über die Berufsambitionen vieler Kinder.

Doch genau an diesem Punkt sind wir auch beim versöhnlichen Ende dieses Blogs angekommen. Denn obwohl die meisten von uns ihren Kindheitstraumberuf nie angetreten haben, ist keiner von uns dazu gezwungen seine Kindheitsträume ganz zu begraben: Ob wir nun ehrenamtlich Leben retten in der freiwilligen Feuerwehr, tanzen auf den Partys der coolsten Clubs der Stadt oder aber nach Feierabend mit den Kollegen einen Lederball über den Rasen kicken…

In diesem Sinne schönes Wochenende, egal wo und wie ihr euren Ex-Berufswunsch in der Freizeit auslebt.

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